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Roadtrip Österreich – Deutschland

Die letzte Septemberwoche stand vor der Tür und ich habe lange auf dieses Datum hingefiebert. Nach all der Ungewissheit, dem ständigen Hoffen und Bangen, sowie einem stetigen Auf und Ab in Zeiten von Corona, war ich glücklicher denn je, mich in meinen Bus setzen zu können und einfach loszufahren. Erster längerer Roadtrip. Erster Halt: Gilgenberg am Weilhart.

Hier erwartete mich ein Wochenende voller Yoga, Spiritualität, Zeit zum Abschalten, Runterkommen, Loslassen, Reflektieren, Ausprobieren & Neuentdecken. Geleitet wurde das Spätsommer-Yoga-Retreat von der Österreicherin Katharina Maloun, Yoga-Lehrerin, Surferin & ebenfalls Vanliferin. 🙂

Ich hatte die Möglichkeit schon während des Wochenendes in meinem Van zu übernachten und fand mich auf einem kleinen Stellplatz hinter der schönen Casa Fura mit drei anderen Campern wieder. Das Wochenende verging unglaublich schnell und war alles in allem ein ganz wundervolles Erlebnis, bei dem ich viel gelernt und tolle neue Bekanntschaften geschlossen habe und nur kurze Zeit später befand ich mich wieder auf der Straße und hatte kein wirkliches Ziel, aber die große Weite vor Augen.

Geleitet von dem immer schöner werdenden Sonntags-Wetter und Sonnenschein, führte mich mein erster Weg direkt zu einem See. Der Mondsee in Österreich schillerte nur so im Sonnenlicht und ich konnte mich glücklich schätzen, nach einem kurzen Stopp im Herzen des Ortes, einen etwas abgelegenen Stellplatz für den Nachmittag am Rande der Straße zu finden mit direktem Zugang zum Wasser und grandiosem Blick auf den See.

Ich verbrachte hier ein paar Stunden, genoss die Sonne und traute mich sogar für wenige Minuten ins kühle Nass.

Am Abend verließ ich meinen Platz und fuhr noch einmal Richtung Norden, um mich mit einem ehemaligen Arbeitskollegen – ebenfalls seit diesem Jahr Vanlifer – zu treffen. Wir suchten uns einen schönen abgelegenen Stellplatz in der Nähe des Mattsees und konnten viel über das Leben im Van, unsere Ausbauten und Reisen reden.

Am nächsten Morgen trennten sich unsere Wege schon wieder und ich hatte mir als Tagesziel das Städchen Hallstatt ausgesucht, von dem ich schon so viele Bilder in den sozialen Netzwerken gesehen habe und das ich unbedingt einmal selbst besuchen wollte. Auf meinem Weg dorthin legte ich noch einen kleinen Stopp am Wolfgangsee ein und kam dann gegen Nachmittag in Hallstatt an. Ich parkte meinen Van etwas außerhalb der Stadt und machte mich zu Fuß auf den Weg. Schon von Weitem gefiel mir die mystische Kulisse mit dem Nebel, der in den Bergen hing und endlich im Ort angekommen, war ich schlichtweg begeistert. Das kleine Örtchen hatte mich sofort in seinen Bann gezogen und auch der leichte Regen konnte dem Anblick keinen Abbruch tun. Ich hatte ebenfalls Glück auf nicht so viele andere Touristen zu treffen und verbrachte einige Stunden in Hallstatt. Neben dem Fotografieren gönnte ich mir in einem kleinen Café einen Apfelstrudel und einen Tee und verließ dann gegen Abend die Stadt wieder mit dem Van.

Ich hatte diesmal kein bestimmtes Ziel und fuhr einfach ein bisschen stadtauswärts. Der Weg führte mich über den Koppenpass, eine Verbindungsstraße zwischen Obertraun und Bad Aussee an der oberösterreichisch-steirischen Grenze und hier fand ich auch einen geeigneten Stellplatz für die Nacht. Die Kulisse war umwerfend. In der Nacht sanken die Temperaturen unter 5 Grad Celsius, aber ich hatte es dank meiner Wärmflasche, Skiunterwäsche und zwei dicken Decken kuschelig warm.

Am nächsten Morgen kochte ich mir noch einen Tee im Van und konnte danach meine Reise fortsetzen. Diesmal führte sie mich zum Grundlsee und später weiter Richtung Altaussee. Ich entschied mich diese Nacht für einen Campingplatz und hatte mit dem Campingplatz Temel in Puchen/Altaussee die richtige Wahl getroffen. Hier parkte ich mein Auto am Mittag und umrundete zu Fuß den Altausseer See bei einer rund 10km langen Wanderung. Nach der Hälfte der Tour legte ich eine kurze Pause auf einer Hütte ein und ging danach frisch gestärkt weiter und zurück zum Campingplatz. Auch hier ließ mich das Panorama mal wieder staunen.

Der letzte Tag in Österreich stand an und auf dem Weg zurück Richtung der Grenze zu Deutschland, stattete ich Ramsau am Dachstein einen kleinen Besuch ab. Die Kulisse hier kam mir seltsam bekannt vor, hatte ich das Örtchen doch schon so oft in der Fernseh-Sendung „Die Bergretter“ gesehen. 🙂

Gegen Nachmittag kehrte ich Österreich den Rücken zu und fuhr weiter auf der Route Richtung Berchtesgaden. Hier traf ich mich mit einer Freundin und aus einem geplanten kurzen Tagesbesuch wurden schnell zwei Tage und Nächte, die wir gemeinsam im Berchtesgadener Land verbrachten. Genau diese Spontanität beim Reisen liebe ich auf einem Roadtrip!

Nachdem ich kurzerhand einen Stellplatz auf dem Bauernhof bekommen habe, auf dem auch meine Freundin und deren Familie untergebracht war, erkundeten wir die Gegend ein wenig. Ein Besuch des Königgssees gilt hier in der Region als absolutes Muss und wir hatten ziemliches Glück mit dem Wetter, das nicht hätte besser sein können.

Wir buchten uns gegen Mittag eine Bootstour über den Königssee, die uns zum Obersee brachte, von wo aus wir eine kleine Wanderung unternahmen und uns auf einer Alm eine kurze Verschnaufpause gönnten. Die Kulisse rundherum war einfach nur traumhaft!

Bevor es mit dem Boot wieder zur Ausgangsstation zurückging, legten wir einen zweiten Zwischenstopp in St. Bartholomä ein und konnten hier vor allem die kleine fotogene Kirche bewundern.

Am nächsten Tag verabschiedete ich mich von meiner Freundin und meinen lieb gewonnenen Nachbarn der letzten Tage und machte mich auf die Rückfahrt nach Hause.

Vorher fuhr ich aber noch zur Roßfeldpanoramastraße, Deutschlands höchstgelegene Höhenringstraße. Auf einer Höhe von 1.600 Metern kann man sowohl das Berchtesgadener als auch das Salzburger Land überblicken.

…und mit diesem grandiosen Ausblick und jeder Menge tollen Erlebnissen und Eindrücken der vergangenen Tage, ging es für mich die letzten Kilometer mit meinem Van bis nach Hause und ich war glücklicher denn je, dass der Roadtrip genauso stattgefunden hat, wie er es eben hat – ungeplant und trotzdem wunderschön.

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