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Indien: zwischen Yoga & Kühen

Kaum ein Land scheidet die Geister so sehr wie das „große, bunte, laute und dreckige Indien“… alles Vorurteile oder wie sieht es wirklich aus im Land der Gegensätze?

Nicht zuletzt weil hier die Geburtsstätte des Yoga liegt, übte das Land schon seit längerer Zeit eine gewisse Faszination auf mich aus. Ich habe Fotos und Videos gesehen, Beiträge und Berichte über Indien gelesen und so wuchs die Neugierde. Ich wollte mehr wissen und vor allem wollte ich es selbst sehen und erleben.

Kurzerhand entschloss ich mich also dazu im November 2023 nach Indien zu reisen, um dort eine weitere Yogalehrer-Ausbildung zu machen. Ich wollte tiefer eintauchen in die Philosophie und Geschichte, mehr lernen und mich auch körperlich neuen Herausforderungen stellen. Recht schnell fand ich eine Schule, bei der ich direkt ein gutes Gefühl hatte und buchte die Reise.

Ankunft in Delhi & Rishikesh

Meinen ersten Eindruck von Indien erhielt ich in Delhi, als ich das Flugzeug verließ. Zum Glück klappte alles reibungslos, ich bekam mein Visum und führte meinen Weg Richtung Terminal-Ausgang fort. Es war früh am Morgen und ich hatte mich naiverweise auf einen Sonnenaufgang gefreut – außer orangefarbenem Smog war leider nicht viel zu sehen. Und ja, es war laut, hektisch und warm. Erschöpft vom langen schlaflosen Flug wartete ich auf mein Taxi und wurde in der Zwischenzeit mehrere Male von wildfremden Menschen gefragt mit ihnen für ein Foto zu posieren. Ich lehnte ab.

Endlich im Taxi angekommen führte mich die Reise weiter Richtung Norden, genauer gesagt nach Rishikesh. Sechs lange Fahrtstunden verbrachte ich größtenteils damit mit offenem Mund aus dem Fenster zu starren. Da waren Autos auf den Straßen, große Trucks, zahlreiche Motorräder und Roller, TukTuks, Kühe, Affen, Kutschen, Traktoren, Menschen, Fahrräder… Es wurde gehupt was das Zeug hält und bei manchen Fahrmanövern wurde mir heiß und kalt zugleich. Die letzte Stunde übermannte mich dann die Müdigkeit und irgendwann gegen frühen Nachmittag war es endlich so weit und ich hatte mein Ziel für die nächsten Wochen erreicht.

Rishikesh – Hauptstadt des Yoga

Weltweit ist Rishikesh bekannt, da hier am Fuße des gigantischen Himalaya-Gebirges die Ursprünge der jahrtausendealten Yoga-Tradition liegt. Zahlreiche Menschen aus nah und fern kommen nach Rishikesh um mehr darüber zu erfahren, zu lernen und sich von dem Zauber des Ortes in seinen Bann reißen zu lassen.

Mein Weg führte mich zuerst in die Yogaschule, danach in meine Unterkunft und zwischendurch durch enge Gassen, über verstaubte Straßen und vorbei an einigen Kühen. Die kommenden Wochen gehört dieser Weg zu meinem Alltag. Ich verbringe viel Zeit in der Yogaschule und erkunde in meiner Freizeit mit meinen Mitschülern den Ort und die Umgebung.

Mehr dazu im Beitrag über meine Yogalehrerausbildung in Indien: Yoga Teacher Training in Rishikesh.

Das Fest des Lichtes – Diwali in Indien

Ohne es zu wissen, hatte ich mir mit November einen Zeitraum für meine Reise nach Indien ausgesucht, in dem das Lichterfest Diwali überall im Land zelebriert wird. Die großen Feierlichkeiten gehören in Indien zu den wichtigsten des Jahres und es herrschte für mehrere Tage Ausnahmezustand. Wir feierten das Fest in unserer Schule im kleinen Kreis und gingen danach noch in die Stadt um dort auf dem Ganges ein Licht schwimmen zu lassen – ein sehr besonderer Moment!

Freizeit in und um Rishikesh

Im Rahmen der Yogalehrerausbildung hatten wir sechs Tage die Woche Unterricht und am Sonntag frei. Insgesamt drei freie Tage während der Ausbildung also, in denen wir die Möglichkeit hatten an Exkursionen teilzunehmen und eigene kleine Ausflüge zu machen. Dabei wanderten wir zum Beispiel zu einem schönen Wasserfall in der Nähe, spazierten durch die hektischen Straßen der Stadt, gingen essen in typisch indischen Restaurants oder besuchten die Universität im benachbarten Haridwar. Ein ganz besonderes Highlight waren außerdem die zahlreichen TukTuk-Fahrten, wobei mir der Straßenverkehr teilweise sehr zu schaffen machte und ich jedes Mal froh war sicher von A nach B gekommen zu sein.

Golden Triangle Tour als Abschluss meiner Indien-Reise

Nach erfolgreichem Abschluss meiner Yogaausbildung ging es für mich noch einmal kurz zurück nach Delhi. Ich hatte noch drei Tage Zeit, um mir das Land etwas genauer anzusehen und buchte kurzerhand eine Tour entlang des „Golden Triangles“.

Startpunkt dafür war die Hauptstadt. Gemeinsam mit einem Tourguide besichtigte ich einige Sehenswürdigkeiten in Neu-Delhi.

Danach ging es weiter auf einer langen Taxifahrt Richtung Agra. Hier hatte ich sehr hohe Erwartungen und wollte am nächsten Tag den Sonnenaufgang am berühmten Taj Mahal besichtigen. Leider spielte das Wetter nicht so ganz mit. Nichtsdestotrotz ein gigantischer Anblick dieses beeindruckenden Gebäudes in den frühen Morgenstunden (der Smog war natürlich auch hier extrem).

Weiter ging die Fahrt nach Fatehpur Sikri – eine Art Geisterstadt auf dem Weg zwischen Agra und Jaipur. Die Baudenkmäler des Palastbezirks gehören zum UNESCO Weltkulturerbe der Menschheit.

Letzte Station der Reise war Jaipur – die pinke Stadt. Auch hier besichtigte ich mit einem Tourguide die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und nahm noch einmal viele Eindrücke mit.

Gegen Nachmittag führte mich eine lange Autofahrt zurück zum Flughafen nach Delhi. Es war eine unglaublich bereichernde Zeit mit vielen Erlebnnissen, Erfahrungen und wieder einmal einer neuen Sichtweise auf die Welt! Die vielen Eindrücke zu verarbeiten war gar nicht so leicht. Am Ende bin ich jedoch froh, nach Indien gereist zu sein. Das Land und die Reise sind kaum mit Worten zu beschreiben. Die Erinnerungen an eine einmalige Zeit bleiben und das Erlebte wirkt noch lange nach.

Für mich ging die Reise danach weiter Richtung Sri Lanka. Beitrag folgt 🙂

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1 Kommentar

  1. […] bereits in meinem vorherigen Beitrag „Indien: zwischen Yoga & Kühen“ beschrieben, führte mich im November 2023 eine Reise in den Norden des Landes, genauer […]

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