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Camino Fisterra y Muxía – mit einem Abstecher ans „Ende der Welt“

Nach dem Camino ist vor dem Camino.

Im Mai 2019 bin ich den Portugiesischen Jakobsweg von Porto nach Santiago de Compostela gelaufen und hatte mir dafür insgesamt drei Wochen Zeit eingeplant. Nachdem ich mein Ziel schon nach zwei Wochen erreicht hatte, stand ich vor der Frage wie es nun weitergeht und was soll ich sagen… anstatt mir ein bisschen Ruhe, Erholung und Urlaub zu gönnen, entschied ich mich weiterzupilgern. Warum auch nicht? Mein Rücken fühlte sich ohne Backpack eh schon ziemlich „leer“ an und so führte mich die Reise an die Westküste Galiciens.

Ich entschied mich vorerst den Bus nach Fisterra zu nehmen, da ich die erste Zeit noch mit den anderen Pilgern, die ebenfalls mit mir in Santiago eintrafen und die ich auf meiner Reise zuvor kennengelernt hatte, verbringen wollte. Als ich nach zwei Wochen zu Fuß das erste Mal wieder in einem Bus saß, kam mir die Geschwindigkeit auf einmal unglaublich schnell vor. Die Landschaft rauschte nur so an mir vorbei und so auch mein bisheriger Camino vor meinem inneren Auge.

Fisterra & Kap Finisterre

Angekommen in Fisterra, nutze ich die Zeit in mein Hostel einzuchecken, ein bisschen durch die Stadt und am Hafen entlang zu schlendern, gut essen zu gehen, die Sonne und diese einzigartige Reise zu genießen.

Am nächsten Tag statteten wir dem Kap Finisterre, das sich ca. 3,5 km außerhalb der Stadt befindet, einen Besuch ab. Diesmal wieder zu Fuß aber ohne Backpack. Am Kap befindet sich ein Leuchtturm und der, für Pilger bedeutende o,oo km Monolith. Von hier aus hat man einen wundervollen Ausblick auf das Meer. Eine Tradition besagt, dass hier das offizielle Ende des Jakobsweges ist und man am Ende seiner Reise ein Kleidungsstück auf den Felsen verbrennen soll, als Abschluss der Pilgerschaft.

Doch für mich ging die Reise noch weiter…

Fisterra – Lires

Nach zwei Tagen Pause in Fisterra juckte es mir wieder in den Füßen und ich beschloss auch Muxía, einen ebenfalls bekannten Pilgerort an der Westküste Spaniens, einen Besuch abzustatten. Dazu führt ein kurzer Jakobsweg von Fisterra nach Muxía, der entweder an einem Tag oder in zwei Etappen gelaufen werden kann. Die Gesamtstrecke beträgt ca. 30 km und ich entschied mich dafür, zwei kurze Tagesetappen einzulegen.

Genau auf halber Strecke befindet sich der Ort Lires, in dem es auch eine schöne Pilgerherbege gibt. Auf dem Weg dorthin hatte ich bestes Wetter und legte auch eine kleine Pause am Strand ein – einfach traumhaft.

Lires – Muxía

Der zweite Tag führte mich von Lires bis nach Muxía. Auf dieser Etappe hatte ich wieder eine Pilger-Begleitung und die Zeit verging schneller als gedacht. Landschaftlich hat dieser Teil des Weges nicht ganz so viel zu bieten wie der vorherige, aber nichtsdestotrotz war es eine angenehme Tagesetappe, die bei Sonnenschein in einem kleinen Café in der Stadt endete.

Auch in Muxia blieb ich nochmals zwei Tage, genoss meine Freizeit und stattete der Kirche Virxe da Barca am Steinriff von Muxía einen Besuch ab. Auf einem nahe gelegenen Felsen hat man eine tolle Aussicht auf die Kirche und das Meer auf der einen und auf die Stadt auf der anderen Seite. Hier lässt sich, besonders mit einem Gläschen Wein, der Tag gut ausklingen.

Nach den Tagen in Fisterra und Muxia und meinem kleinen Camino zwischen den beiden Orten, führte mich der Weg mit dem Bus wieder zurück nach Santiago de Compostela, wo ich meine Pilgerzeit beendete und am nächsten Tag zurück nach Hause flog – mit unglaublich vielen Erinnerungen im Gepäck!

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